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  • Louis & Auguste Lumière https://de.wikipedia.org/wiki/Br%C3%BCder_Lumi%C3%A8rehttps://en.wikipedia.org/wiki/Auguste_and_Louis_Lumi%C3%A8rehttps://en.wikipedia.org/wiki/Louis_Lumi%C3%A8rehttps://en.wikipedia.org/wiki/Auguste_Lumi%C3%A8re
    • Der Vater Claude Antoine Lumière war erst Maler, dann Fotograf (Daguerrotypien) in Besançon
    • Auguste geboren 19.10.1862 in Besançon
    • Louis geboren 5.10.1864 in Besançon
    • 1870 Umzug der Familie nach Lyon
    • Ca. 1880 ging Auguste zum Wehrdienst (gegen Zahlung von 500 Franc reduziert auf ein Jahr) – der Vater gab in dieser Zeit die professionelle Fotografie auf und versuchte, eine Firma für Fotoplatten (des trockenen Kollodiumverfahrens) aufzuziehen
      • als Auguste zurückkehrte, hatte er einen Schuldenberg von 200.000 Francs angehäuft (k.A. wieviel das heute ist)
      • Louis entwickelte – 17jährig! – eine neue Methode der Filmentwicklung vom Negativ zum Positiv unter der Verwendung einer Trockenplatte (Silberbromid in Gelatine), die das Unternehmen des Vaters rettete
        • Bis 1894 verkauften sie 15 Mio. Platten pro Jahr und hatten 300 angestellte Arbeiter
        • Später stellte die Firma auch Fotopapier her
  • Am 12. Februar 1892 hinterlegt ein französischer Erfinder namens Léon Guillaume Bouly https://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%A9on_Guillaume_Bouly die Anmeldung für ein Patent auf ein ‚reversibles fotografisches und optisches Gerät zur Analyse und Synthese von Bewegungen, namentlich den Cynématographe Léon Bouly‘ – daraus wurde ein Staatspatent, am 27. Dezember 1893 wurde der Name noch einmal geändert zu Cinématograph
    • Boulys Cinématograph kann sowohl Film aufnehmen wie projizieren, auf einem Papier-Rollfilm (?) ohne Perforation
    • zuvor hatten die Brüder Lumière schon einige Patente zu anderen cinematischen Mechanismen eingereicht, wie zb. die Perforation des Filmstreifens für den Transport durch das System (die schon Émile Reynaud für seine gezeichneten Filmstreifen im Praxinoskop verwendet hatte)
  • Oktober 1894 Edisons Kinetoscope in Paris, danach in Frankreich etabliert
    • nach Augustes Erinnerung sei ihm Edisons Kinetoscope (Betrachtungsautomat) in einem Kaufhaus aufgefallen und er habe danach darüber nachgedacht, wie bewegte Bilder auch größeren Menschenmengen gezeigt werden könnten (siehe auch Folge 5, die Lathams, Jenkins/Armat und Skladanowsky)
      • Projekt Domitor: Auguste begann mit der Entwicklung eines Geräts zur Aufzeichnung & Projektion
      • beauftragte heimlich den Chefmechaniker ihrer Fabrik, Charles Moisson, der einen Apparat mit einem ‚perforierenden Greifermechanismus‘ baute –> angelehnt an den perforierenden Greifermechanismus einer Nähmaschine (nach einem Vorschlag von Louis? – laut Who’s Who of Victorian Cinema) https://www.victorian-cinema.net/moisson
      • erste Versuche scheiterten, Auguste reichte das Projekt an Louis weiter, der am 13. Februar 1895 das erste Patent für den ‚Cinématograph‘ einreichte – ein Gerät, das sowohl filmte, entwickelte wie projizierte! https://en.wikipedia.org/wiki/Cinematographhttps://de.wikipedia.org/wiki/Kinematograph
        • sollte schärfere, hellere Bilder produzieren
        • wurde von Hand betrieben, was den Transport erleichterte im Vergleich zu Edisons Kinetograph (elektrisch = schwer) – der Cinématograph wog ‚nur‘ 7,3kg
        • Auguste zeichnete verantwortlich für die Beauftragung eines Herstellers für die Beleuchtung (lamphouses ?!)
  • 22. März 1895 erste Vorführung vor geschlossenem Publikum in der Société d’encouragement pour l’industrie nationale (–> ‚Arbeiter verlassen die Lumière-Werke‘ https://de.wikipedia.org/wiki/Arbeiter_verlassen_die_Lumi%C3%A8re-Werke) von Louis Lumière, der Maschineningenieur Jules Carpentier https://de.wikipedia.org/wiki/Jules_Carpentierhttps://en.wikipedia.org/wiki/Jules_Carpentier war anwesend und L.L. schlug ihm vor, die Lumière-Kinematographen zu bauen
    • Zitat Wiki: „Der erste Film aus dem Projekt Domitor vom Sommer 1894, Sortie des ouvriers des usines à midi (Die Arbeiter verlassen die Fabrik), existiert nicht mehr. Die erhaltene Version ist ein am 19. März 1895 nachgestellter Streifen. Die erste Version war ein Bromsilbergelatine-Negativ auf Papier, von dem Louis Lumière ein einziges Celluloid-Positiv herstellte. Dieses kam bis 1895 mehrere Male zur Vorführung, litt aber wegen des sinusförmigen Gangs der Greiferspitzen im Apparat an ausgerisseCaner Perforation.“
      • Auch Alice Guy war bei dieser Vorführung zugegen (wird wahrscheinlich eine eigene Folge bekommen)
        • Eventuell auch Léon Gaumont (wird in der Alice Guy Folge vorkommen)
    • Carpentier führte eine Manufaktur für Präzisioninstrumente, darunter seit 1890 auch Fotoapparate – einer seiner größten Kunden war Léon Gaumont – und Kameras
      • Nur acht Tage nach der ersten Begegnung mit Lumière reichte Carpentier ein Patent für den eigenen ‚Cynégraph‘, mit dem er jedoch in Konkurrenz zu den Lumières scheiterte (wie Skladanowsky verwendete er zwei Projektoren, die abwechselnd Bilder projezierten – umständliches System, das sich nicht durchsetzte)
      • Halbes Jahr später – Oktober 1895 – übernahm er die Produktion des Lumière’schen Kinematographen
      • Beauftragt mit der Verbesserung des Filmtransports – die Klammern des Mechanismus zerstörten die Löcher im Film(-papier)
      • Carpentier führte die Came Carpentier ein, eine Kurvenscheibe/ein Gleichdick, die/das den Filmtransport verbesserte => Papierfilm konnte zugunsten Zelluloid aufgegeben werden
  • 10. Juni 1895 Vorführung am ‚Congrès des Sociétés photographiques des France‘ mit acht Kurzfilmen –> z..B. ‚Babys Frühstück‘ https://de.wikipedia.org/wiki/Babys_Fr%C3%BChst%C3%BCck (interessanter Hinweis zur Akzeptanz des neuen Mediums: Edisons Filme richteten sich v.a. an männliches Publikum, Lumière sprach ein breiteres Publikum inkl. Frauen an)
  • 28. Dezember 1895 erste öffentliche Vorführung vor zahlendem Publikum im Salon Indien Grand Café am Boulevard des Capucines in Paris statt –> ‚Arbeiter verlassen die Lumière-Werke‘, ‚Der begossene Gärtner‘ (‚L’Arroseur arrosé‘) https://de.wikipedia.org/wiki/Der_begossene_G%C3%A4rtner (Gorki!)
    • Filmvorführung dauerte etwa 20min., mit elf Filmen von max. 1min. Länge (etwa 17m Material) – Liste im engl. Wikipedia zu Gebr. Lumière
    • Hier der Mythos, dass die Zuschauer aufgesprungen seien, weil sie glaubten, der Zug fahre gleich ins Café ein
    • ‚Geburtstunde des Kino‘ (dabei waren die Lathams am 20. Mai schon zuvorgekommen!)
    • Georges Meliès bei den ersten 33 Zuschauern hier?
    • Louis Lumière beauftragte Carpentier dann, 200 Kinematographen herzustellen
    • Insgesamt baute Carpentiers Manufaktur mindestens 700-800 Kinematographen sowie Folgemodelle für längere Filme und 35mm-Formate
    • (Carpentier möglicherweise der erste, der ein Patent für den Malteserkreuz-Mechanismus einreichte – 1896)
  • 1896 gingen die Brüder Lumière mit ihren Kinematographen auf Welttournee –> Film History S. 15
    • Charles Moisson reiste mit dem K. nach Deutschland (Köln), Russland und Italien
  • Das Konzept, ‚Vertreter‘ zu engagieren, die mit Produkten der Brüder herumreisten, wurde aufgegeben zugunsten des Verkaufs der Produkte – andere Herstellerfirmen boten Alternativen an, der direkte Verkauf war also profitabler
    • Obwohl Louis derjenige war, der den Cinématograph erfolgreich entwickelt hatte und auch die meisten Filme drehte – Auguste trat in manchen auf – profitierten die beiden dank eines unterschriebenen Vertrages zu gleichen Teilen von den Patenten (moralisch und finanziell)
    • Auguste soll gesagt haben, ihre Erfindung könne ‚für eine gewissen Zeit aus wissenschaftlicher Neugier genutzt werden‘, habe davon abgesehen aber keinerlei wirtschaftlichen Wert (er wurde später Pionier für die Verwendung von Röntgenbildern bei Knochenbrüchen
    • Der Cinématograph kam im Vaudeville (herumreisendes Unterhaltungstheater) zum Einsatz und in Nickelodeons: Nickel = 5 Cent, Odeion = Theater mit Dach (gr.) – Begriff zum ersten Mal verwendet von Colonel William Austin in Boston
  • Innerhalb von einigen Jahren war die Technik der weiterentwickelten Kameras von Edison unterlegen
  • Brüder Lumière arbeiteten später auch an der Entwicklung von Farbfotografie
  • https://www.victorian-cinema.net/louislumiere.php https://www.victorian-cinema.net/augustelumiere

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